Elternbrief Herbst 2011

Geschrieben von admin am November - 7 - 2011

Liebe Eltern, Großeltern und Freunde der Waldracker

Da ist mal wieder einiges passiert, seit den Sommerferien. Also los mit dem Berichten!

Lorena und Björn sind direkt nach den Sommerferien in die Gruppe gekommen. Ein paar Wochen später stieg Julius ein. Nun haben wir drei neue Waldracker, die schon mittendrin sind im Erforschen und Erleben unseres wunderschönen Gebietes, rund um den Weiher.

Auch Melanie, die ein Praktikum im Rahmen ihres Studiums bei uns absolvierte, kam direkt nach den Ferien. Ihr machte die Arbeit bei uns so viel Spaß, dass sie viel länger blieb, als sie musste. Diese Freude und ihr Engagement hat sich so positiv auf unseren Alltag ausgewirkt, dass sie eine große Lücke bei den Waldrackern hinterlassen wird. Auf diesem Wege noch einmal HERZLICHEN DANK, LIEBE MELANIE. Wir hoffen, dass wir Dich nicht aus den Augen verlieren. Wir haben uns jedenfalls vorgenommen, sie in der Uni zu besuchen. Mal schauen, was die Damen und Herren Studenten für uns vorbereiten.

Die erste Zeit in diesem Kindergartenjahr verbrachten wir (sehr zur Freude von Lorena) mit unendlichem Ausprobieren von Wasserfarben. Wie kann man sie mischen, worauf mit ihnen malen und wie lange halten sie auf unserer Haut?

An den warmen Sommertagen waren der Baustellenplatz und der Wasserfall beliebte Anlaufpunkte. Wir planschten , matschten und machten Ausflüge durch den Möttbach.  Dabei stellten wir fest,  dass dieser an manchen Stellen einem Urwald gleicht, sodass uns ein wenig unheimlich zu Mute wurde.

Zwei Gewittertage, die dem Sommer ein schnelles Ende bereiteten, ließen uns zum Dorfgemeinschaftshaus nach Möttau flüchten. Wir fanden, leider schon recht durchnässt, Unterschlupf vor heftigen Regengüssen und konnten uns, nach dem Frühstück unterm Dach, im Sandkasten panieren.

Steffis Besuch beim Betriebsarzt, der sie mit einem sofortigen Beschäftigungsverbot nach Hause schickte, deprimierte unser Team deutlich. Schneller als gedacht mussten wir uns nach einer Vertretung umschauen, was erst mal nicht so einfach war.

Steffi wünschen wir natürlich alles erdenklich Gute für ihre Schwangerschaft und die Geburt. Wir freuen uns schon jetzt auf ihren Besuch mit dem Baby im Neuen Jahr.

Unser  Sommerfest, an dem das 10jährige Bestehen der Waldracker ganz groß gefeiert werden sollte, stand vor der Tür und wir hatten ziemlich viel vorzubereiten. Die Kinder bemalten Steine und gestalteten Vasen und Kerzengläser, damit schön dekoriert werden konnte. Zum Thema „Eine Reise um die Welt“ wurde ein Bettuch zu einer großen Weltkarte, die während der Vorführung als Kulisse diente. Zu jedem Kontinent wollten wir etwas im Gepäck haben und so übten und übten wir die Lieder und Gedichte aus aller Welt. Aber, wie schön: All die Mühe lohnten uns die Kinder, indem sie an besagtem Tag mitmachten, wie niemals zuvor.

Nach reichlicher Stärkung und netten Gesprächen gab es rund um den „Begrüßungsplatz“ viele Aktionen aus den unterschiedlichen Ländern. Känguruhüpfen, Pinguin-Eier-Transport, fischen mit den Inuit, eine Weltkugelwurfmaschine, asiatische Brücken, afrikanisches Trommeln und Vogelhaus bauen forderten die Geschicklichkeit der Gäste heraus.

Als dann zu vorgerückter Stunde dichte Gewitterwolken aufzogen, war noch genug Zeit schnell alles abzubauen. Satt, zufrieden und trocken konnten alle nach Hause ziehen und auf ein gelungenes Fest zurückblicken.

Die Stimmung in der Gruppe ist natürlich, wie immer nach den Sommerferien, von der neuen Situation geprägt. Die „alten Großen“ sind in der Schule und die „Verbliebenen“ müssen diverse Rollen erst mal ausprobieren, um ihren neuen Stand in der Gruppe zu finden. Das birgt natürlich Konfliktpotenzial und so üben wir uns alle täglich im Streitschlichten.

Um dem Bedürfnis „Chef zu sein“ nachzukommen, dabei aber auch demokratische Handlungsweisen nicht außer acht zulassen, versuchen wir uns zur Zeit darin, täglich einen neuen Chef zu wählen. Erstaunlich, wie gut die Kinder dazu in der Lage sind.

Die Waldracker, die im nächsten Jahr zur Schule gehen werden, haben sich zur Gruppe der „schlauen Delphine“ zusammengeschlossen und treffen sich einmal pro Woche, um ihr spezielles Programm zu absolvieren. Die Themen sind wie immer eine Kombination aus Vorgegebenem und Selbstgewähltem. Wir sind gespannt, was in diesem Jahr alles zustande kommen wird.

Nach dem Sommerfest hat sich Andrew entschlossen, bei uns als zweite Fachkraft zu arbeiten. Für uns alle eine tolle Chance,  das zu erleben, wovon alle reden: ein Erzieher,  der einen ganz anderen, nämlich den männlichen, Aspekt in unsere Arbeit mit den Kindern einbringt. Und noch dazu die englische Sprache – toll!!!

Frau Mehler, unsere ehrenamtliche „Mittwochsfrau“ hat sich aus privaten Gründen dazu durchringen müssen, nur noch auf Abruf für uns dazusein. Das macht uns alle traurig, verlieren wir doch eine beständige ruhige Seele in unserem Alltag. Wir möchten ihr noch einmal alle lieben Wünsche ein dickes Dankeschön mitgeben!

In regelmäßigen Abständen pflegen wir den Kontakt zu unserm Patenzahnarztteam, Herrn und Frau Stein aus Weilmünster. Die beiden besuchten uns im Wald und darum stand das Zahnprojekt an. Die Kinder erfuhren wie man richtig Zähne putzt. Geübt wurde mit einer riesigen Zahnbürste an einem ebensolchen Gebiss. Außerdem besuchte uns die Hexe Wackelzahn im Begrüßungskreis um uns über zahngesundes Essen aufzuklären. Die Kinder lernten „Zahnlieder“ und schmetterten mit Begeisterung ein „Hei, hei, Hexe Wackelzahn“ über den Weiher. Mit  den Stein´s setzten wir unser Wissen um und putzten uns die Zähne am Weiher – natürlich nach dem Frühstück .. In ein paar Wochen steht der Gegenbesuch in der Praxis an. Wir sind gespannt, was die Kinder noch wissen.

Die Natur hat uns in den letzten Monaten wieder einige Erfahrungsfelder geboten. Nie zuvor hatten wir einen solchen Wespensommer. Gierig stürzten sich die Insekten auf Obst und Wurstbrote, sodass wir unsere Frühstücksgewohnheiten überdenken und umstellen mussten. Nur so war ein entspanntes Beieinandersein wieder möglich.

Dann zog langsam der Herbst ein und brachte eine unglaubliche Menge an Eicheln und Kastanien zum Basteln. Bunte Blätter gaben uns immer wieder die Möglichkeit zu raten oder zu wissen, von welchem Baum sie gefallen sind. So üben wir täglich das ganz genaue Hinschauen.

Das diesjährige Theaterstück beim Kinder- und Jugendfestival im Blumenhof  bescherte uns die Geschichte vom Mailwurf und der Grille. Ganz gebannt lauschten die Waldracker den beiden wundervollen Akteuren mit ihrem liebevollen schwäbischen Akzent.

Dann rief uns Familie Radu zum Ernten unserer Kartoffeln. Mit Eifer sammelten die Kinder die vom Kartoffelroder herausgeschleuderten Erdäpfel auf und bekamen, wie immer, als Lohn einen Sack voll mit in den Wald. Nach der Ernte erkundeten die Waldracker den „Todeswald“  nahe des Kartoffelackers, ein spannendes Abenteuer, was bei einigen Kindern zu patschnassen Füßen führte.

Zurück am Weiher wurden die Kartoffeln auf ganz unterschiedliche Weise gegart. Neben Pell- und Folienkartoffeln gab es dieses Mal sogar in Lehm gewickelte und im Feuer gegarte, die mit Quark und köstlichen Fischstäbchen verzehrt wurden. Am besten schmeckte die Schicht zwischen dem rohen und dem verbrannten Teil,  wie beim Stockbrot.

Immer wieder spannten wir Hängematte und Seile auf, was die Kinder mit Begeisterung annehmen. Dabei möchten sie oft selbst Seile haben um mit viel Muße die erstaunlichsten Gebilde und ausdauerndsten Spiele entstehen zu lassen.

Unser letztes Thema vor den Herbstferien drehte sich rund um den Apfel, auch davon gibt es in diesem Jahr viel mehr als sonst.

Christa Eggerstedt lud uns ganz spontan zum Apfelsaftpressen ein, was wir natürlich gerne annahmen. Die Kinder sammelten drei große Körbe Äpfel und konnten sich nicht satt sehen,  an der altertümlichen Presse, die den Vorgang so anschaulich darstellt. Auch der Bauch hatte was davon, denn frisch gepresster Apfelsaft schmeckt doch so köstlich und sogar die ausgepressten Apfelscheiben kann man essen – hmmmmm.

An Melanies letztem Tag bei uns wurde noch einmal gekocht: Kaiserschmarrn – mit Apfelstückchen in  einer riesigen Pfanne auf dem offenen Feuer.

Nun sind wir alle gespannt,  was Herbst und Winter für uns im Gepäck haben werden.

Warten wir`s ab, was bleibt auch sonst?

Euer Waldrackerteam

 

                                            Unser neues Apfelfingerspiel:

 

                                                      Solidarität

 

Fünf Finger stehen hier und fragen:

Wer kann wohl diesen Apfel tragen?

Der erste Finger kann es nicht,

der zweite sagt: zu viel Gewicht!

Der dritte kann ihn auch nicht heben,

der vierte schafft das nie im Leben!

Der fünfte Finger aber spricht:

Ganz allein? So geht das nicht!

Gemeinsam heben kurz darauf

Fünf Finger diesen Apfel auf.

 

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